Wie funktioniert eigentlich eine Kapital-Lebensversicherung?

Artikel 4 von 17 der Artikelserie: Erstellung einer eigenen Lebensversicherung

Der Titel des Artikels nimmt mir die Einleitung heute ab. Denn nur wer versteht, wie eine Kapital-Lebensversicherung funktioniert, der kann sich um eine Alternative kümmern.

Am Anfang steht der Besuch bei eurem Versicherungsberater an. Der Berater wird entweder herausfinden welchen monatlichen Betrag ihr maximal für die Lebensversicherung ausgeben wollt oder er möchte wissen welche Versicherungssumme gewünscht wird, die eure Hinterbliebenen im Falles des Todes bekommen sollen. Anhand der gewählten Laufzeit ermittelt der Versicherungsvertreter nun die Versicherungssumme oder den monatlichen Versicherungsbeitrag. Dieser Beitrag wird aber nicht zu 100% für die Kapitalbildung genutzt. Ein kleiner Teil wird für die Lebensversicherungspolice verwendet. Ein weiterer Teil wird für den Kapitalaufbau verwendet. Für Gebühren (Verwaltung + Provision) geht der Rest des Geldes drauf. Was das in der Fülle alles sein kann, steht sehr ausführlich bei Wikipedia.

Grob gesagt wird der monatliche Beitrag in drei Teile aufgeteilt. Die genaue Aufteilung verrät euch keine Versicherung! Ihr könnt das gern mal prüfen und hinterfragen, indem ihr selbst bei eurem Versicherungsvertreter nachfragt. Aus Kundensicht sollten die Kosten für die Versicherung sowie für die Gebühren so niedrig wie möglich sein. Der dritte Punkt, der Betrag für den Sparanteil, sollte am größten sein. Die Grafik oben soll aufzeigen, wie in etwa die Verteilung des Monatsbeitrages aussehen wird. Maximal die Hälfte des Monatsbeitrages wird geschätzt zum Kapitalaufbau verwendet. Das ist bei jedem Versicherungsunternehmen aber unterschiedlich.

Da man ja nicht weiß, welche Versicherung die bestmögliche Verteilung (aus Kundensicht) vornimmt, ist es immer eine Art Glücksspiel die richtige Versicherungspolice zu finden. Denn bei einem Versicherungsvergleich wird nur die prognostizierte Rendite verglichen. Die hat aber mit der tatsächlichen Rendite die nach etlichen Jahren erzielt werden kann, nicht mehr viel zu tun. Eine Versicherung die geringe Verwaltungskosten hat, muss diese nicht unbedingt auch an ihre Kunden weitergeben und hat somit auch nicht zwingend das beste Kapitalergebnis. Zudem hat auch die Finanzkrise gezeigt, dass sowohl kleinere als auch große Finanzinstitute (egal ob Bank oder Versicherung) nicht vor einer Insolvenz geschützt sind. Denn am Ende legen ALLE Finanzinstitute ihr Geld am Kapitalmarkt an. In geringem Maße am Aktienmarkt und den Großteil am Anleihenmarkt.

Was können wir also tun, um eine Alternative zur normalen Kapital-Lebensversicherung zu haben? Ganz einfach, wir konzentrieren uns auf die genannten 3 Teile der Kapital-Lebensversicherung und legen uns aus jedem Bereich nur das Beste ins Nest. Das Kreisdiagramm zeigt wie unsere neue Lebensversicherung aussehen soll. Der Preis für die reine Lebensversicherung soll sehr niedrig sein, die Gebühren nahezu kaum spürbar und der Großteil des monatlichen Betrages fliesst in den Vermögensaufbau.

Mit folgenden drei Schritten werden in den nächsten Artikeln fortfahren:
1. Lebensversicherungspolice ohne Kapitalaufbau
2. Kapitalanlage übernehmen wir selbst
3. Abschlussprovisionen und Gebühren lassen wir größtenteils ganz weg

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