Ist die Royal Dutch Shell Dividende langfristig sicher?Im heutigen Artikel wird es um die Royal Dutch Shell Dividende gehen. Wie üblich bei meinen Dividenden-Alarm Artikeln, werde ich die Aktie und deren aktuelle Situation umfassend beleuchten. Da euch diese praxisnahen Auswertungen des Dividenden-Alarms sehr gut gefallen, wie mir die Leserstatistiken verraten, möchte ich in Zukunft häufiger solche Auswertungen erstellen. In einer der letzten Umfragen habt ihr euch für das Unternehmen Royal Dutch Shell entschieden und im kommenden Artikel bereite ich bereits das Unternehmen Procter & Gamble vor.

Am Ende des Artikels gibt es zum Thema Royal Dutch Shell und der Öl-Branche weitere interessante Lesetipps. Eine meiner Blogger-Kollegen haben sich auch dem Thema angenommen und berichten über ihre ganz persönlichen Ansichten. Mit dabei sind dieses Mal der Vermögensanleger sowie Investmentausbildung.


Dieser Artikel ist nicht tagesaktuell, das braucht er aber auch gar nicht, da es lediglich um die Demonstration der Dividenden-Alarm Strategie geht und diese sehr langfristig ausgelegt ist.

Zudem handelt es sich um einen exklusiven Dividenden-Alarm Artikel. Diese erscheinen in unregelmäßigen Abständen und werden zuerst exklusiv an meine Newsletter Abonnenten versandt. Meist viele Wochen im zuvor. Der Royal Dutch Shell Artikel wurde bereits im Dezember des letzten Jahres an die Newsletter-Abonnenten versandt.

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Bisherige Dividenden-Alarm Artikel

Im ersten Absatz möchte ich dir kurz die bisherigen Beiträge dieser Artikelserie zeigen. Mit dem Artikel zu Royal Dutch Shell sind mittlerweile fünf unterschiedliche, interessante und umfangreiche Artikel erschienen.

Eins haben aber alle Artikel gemeinsam. Sie zeigen dir wie der Dividenden-Alarm in der Praxis funktioniert und welche Ergebnisse mit einer antizyklischen Anlagestrategie erzielt werden können.

Die Übersicht der Artikelserie findest du an dieser Stelle oder über den Menüpunkt Artikelserien.

ww-graingerBeim Dividenden-Aristokraten W.W. Grainger wollte ich wissen, ob mit dem Dividenden-Alarm eine hohe Gesamtperformance erzielt werden kann. Das Ergebnis hat selbst mich überrascht.

veoliaMeine Veolia Aktien habe ich im zweiten Artikel unter die Lupe genommen. Ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass ich mit etwas Glück 500% in 7 Jahren erzielen kann.

cvs-healthDas interessanteste bei CVS Health war, dass die Aktie trotz Kurssteigerung ein Kaufsignal generierte. Warum und wie ich die zukünftige Entwicklung sehe, kannst du im Artikel nachlesen.

Altria GroupZuletzt habe ich mir die Altria Aktie angesehen. Sie erzielte lange Zeit ein Verkaufssignal. Ich wollte wissen, ob es Sinn macht meine Aktien zu verkaufen. Wie habe ich mich wohl entschieden?

Rückblick und Aussichten der Allianz DividendeNach drei Jahren habe ich mich erneut der Allianz Aktie gewidmet und geprüft, wie sich die Allianz Dividende in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat. Haben sich meine Prognosen bewahrheitet?

Procter & GambleDer Kandidat meines nächsten Artikels ist der Dividenden-Aristokrat Procter & Gamble. Ähnlich wie im Artikel von W.W. Grainger, möchte ich wissen wie sich eine langfristige Position im Depot bewährt hätte. Vorausgesetzt, man wäre den Kaufsignalen aber auch den Verkaufssignalen gefolgt.

Derzeit plane ich den Artikel und sobald er fertiggestellt wurde, versende ich ihn zuerst und exklusiv an meine Newsletter-Abonnenten. Erst zu einem späteren Zeitpunkt erscheint der Artikel hier auf dem Blog.

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Warum habe ich die Royal Dutch Shell Aktie ausgewählt?

Wie ich euch zuletzt im Artikel zur Altria Aktie ankündigte, habe ich mich für die Aktie von Royal Dutch Shell entschieden. Die Resonanz in den letzten Wochen und Monaten, speziell bei den Öl-Aktien, hat mich schnell zu Royal Dutch Shell gebracht.

Das Unternehmen hat seit mehr als 7 Jahrzehnten seine Dividende nicht gekürzt. Dabei gab es in den letzten Jahrzehnten etliche Börsencrashs und zahlreiche Öl-Krisen.

Es reizte mich selbst ungemein, hier einen detaillierteren Blick auf die Aktie zu werfen. Wann waren die Hochpunkte und wie weit kam die Aktie zurück. Als langfristig orientierter Investor möchte ich wissen, wann es Zeit ist die Royal Dutch Shell Aktie einzusammeln und wann ich meinen Bestand durchaus auch mal reduzieren kann.

Beim richtigen Timing der Kaufsignale und Verkaufssignale, können mitunter ordentliche Gewinne erzielt und am Ende auch versilbert werden.

Zudem dominierte der Öl-Preis in den letzten Monaten und Jahren die Weltwirtschaft. Durch die massive Ausweitung der Öl-Förderung, brach der Öl-Preis (Brent Crude Oil) von über 120 USD auf unter 30 USD ein.

Öl-Preis Entwicklung

Der Öl-Preis Verfall ging bei sämtlichen Öl-Konzernen nicht spürbar vorbei. Auch die großen Globalplayer gerieten hier unter die Räder. Umsätze im dreistelligen Milliarden Bereich wurden teilweise mehr als halbiert und die bisherigen satten Gewinne verpufften.

Investitionen im Milliarden Bereich wurden gekappt und zehntausende Mitarbeiter wurden auf die Straße gesetzt. Bei vielen Top-Unternehmen der Branche ging es um alles – zum Wohlwollen der Aktionäre und deren Dividenden. Es wurden teilweise sogar Dividenden gestrichen oder aus der Substanz gezahlt, nur um die eigene Dividendenhistorie nicht leichtfertig zu verspielen. Eine ganze Branche musste sich praktisch komplett hinterfragen.

Royal Dutch Shell gehörte trotz seiner Größe, zu den Unternehmen die in der Spitze am meisten gelitten haben. Mitten im Öl-Preisverfall musste zudem die milliardenschwere BG Group Übernahme gestemmt werden.

Der Aktienkurs von Royal Dutch Shell fiel von 31,024 Euro in der Spitze am 01.09.2014 auf bis zu 17,125 Euro im Tief am 20.01.2016. Ganze 17 Monate brauchte die Aktie um ihren Tiefpunkt zu erreichen. Erste Erfolge der umgesetzten Maßnahmen sowie eine Öl-Preis Erholung halfen dem Aktienkurs wieder auf die Beine.

Aktienkurs Entwicklung Royal Dutch Shell

Ja, was macht man in solchen Situationen als Aktionär? Ich behalte zuerst mal die Ruhe. Für mich ist das wichtigste Kriterium, die Fortzahlung der Dividende. Solange das Unternehmen in dieser Hinsicht, trotz der vielen Probleme und Umstrukturierungen, keine Veränderungen vornimmt, bleibe ich ruhig und verfalle nicht in hektische Transaktionen.

Im Gegenteil, ich versuche die Situation so gut es geht zu analysieren um mich bei Bedarf mit weiteren Aktien einzudecken. Dazu gehört auch ein gewisses Vertrauen in das Management und deren Umstrukturierungsmaßnahmen. Auch die Aussagen zur Dividendenpolitik und Ansprachen an die Aktionäre sind wichtig und müssen nachhaltig sein. Eine positive Öl-Preisentwicklung tut hier sein Übriges.

In den letzten Monaten, erzielte die Royal Dutch Shell Aktie im Dividenden-Alarm lange ein Kaufsignal. Dabei ist die Aktie sogar sehr weit in das Kaufsignal hineingelaufen. Dies macht sie nur sehr selten und unterstreicht damit auch die historisch seltene Gelegenheit.

Wie bei allen anderen Kaufentscheidungen, wollte ich auch bei Royal Dutch Shell zu den historisch günstigen Kursen zuschlagen und meine Depotposition ausweiten. Allerdings nicht, ohne mich vorher mit der Situation des Öl-Sektors und den Unternehmenszahlen zu beschäftigen.

Die wichtigste Frage die mich beschäftige war: Kann Shell seine Dividende weiterzahlen oder steht eine Dividendenkürzung ins Haus? Wie hat sich die Aktie und die Entwicklung der Dividende in den letzten Jahrzehnten verhalten? Es war ja schließlich nicht die erste Öl-Krise mit der das Unternehmen zu kämpfen hatte. Ich wollte diese äußerst lukrative Kaufgelegenheit einfach abgesichert wissen.

Einen Joker hatte ich, beziehungsweise Shell, im Ärmel. Das Unternehmen hat seit 7 Jahrzehnten (seit 1945) seine Dividende nicht gesenkt! Das ist schon mal eine Hausnummer. Grundsätzlich gehe ich also davon aus, dass der Konzern auch in dieser schwierigen Phase (aus Dividendensicht) stabil im Hafen liegen wird und keine Kürzung der Dividende vornimmt, solang es zahlreiche andere alternative Möglichkeiten gibt.

Meinen vollständigen Workflow für die Kaufphase des Dividenden-Alarm Indikators, inklusive meiner Excel-Datei, habe ich bereits an dieser Stelle hier im Blog veröffentlicht. Hier erfährst du wie ich vorgehe, sobald der Dividenden-Alarm Indikator eine Kaufphase ermittelt hat.

Die Probleme von Royal Dutch Shell

Die Ölpreis-Schelle traf auch Shell
Die Ohrfeige für die großen Öl-Konzerne war gewaltig, als der Ölpreis von mehr als 120 USD auf 30 USD einbrach. Shell ist eines der nach Umsatz und Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Welt und in seiner Branche, der Öl-Industrie, ein Gigant. Noch 2002 war Shell auf den Umsatz bezogen das größte Unternehmen der Welt.

Doch der Umsatz im Geschäftsjahr 2015 war gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30% eingebrochen. Rund 82 Milliarden Dollar setze der Konzern weniger um. Um diese Zahl einordnen zu können: Das ist in etwa das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine oder Slowakei und zehn bis zwanzig Milliarden mehr als das BIP von Luxemburg oder dem Oman.

Die Ohrfeige des Marktes traf auch Royal Dutch Shell und hinterließ ihre Spuren im Gesicht des Konzerns. Doch im Wettlauf um die beste Marktposition, wenn der Ölpreis wieder steigen sollte, zog der Konzern mit und investierte weiterhin in die Erkundung neuer Fördergebiete. Trotz einiger Budget-Kürzungen und Entlassungen hielt sich das niederländische Unternehmen über Wasser und erhöhte seine Dividende. Bis 2014 stieg die Dividenden mehr oder wenig stetig. Seit dem stagniert sie.

Shell trotzte dem Ölpreis-Schock
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Extrembelastung des Konzerns durchaus recht gut verkraftet werden konnte.

Ölkonzerne aktuell anhand von Kennzahlen einzuordnen ist dennoch durchaus schwierig bis nahezu unmöglich. Schauen wir uns beispielsweise das KGV an, dann lag dieses über viele Jahre fair bewertet zwischen 5 und 15. Mit dem Öl-Preis-Kollaps kollabierte auch der Gewinn des Unternehmens. Anstelle der neun bis siebzehn Milliarden Dollar Gewinn, wie in den Jahren zuvor erlebt, blieben lediglich mickrige 1,3 Milliarden USD (nach Steuern) in der Kasse. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis schoss auf über 70 im Jahr 2015. Derzeit wird es von verschiedenen Plattformen auf um die 30 definiert. Doch während der Gewinn einbrach, zog der Kurs nicht 1:1 mit. Warum? Höchstwahrscheinlich preisten die Anleger bereits die Erwartung eines baldig wieder steigenden Ölpreises ein. Somit sehen wir einen der aktuellen Situation überbewerteten Kurs in Relation zu einem durch einen besonderen Effekt besonders niedrigen Gewinn. Die Kennzahlen spielen verrückt.

Die Zahlen werden bereits seit 2011 schlechter
Ein Blick in die Bücher lohnt sich jedoch. Das Unternehmen ist in keiner Weise gefährdet. Inwieweit die Zahlen geschönt wurden, wissen wir nicht. Was wir sehen ist, dass Shell auch in dieser Phase eines niedrigen Öl-Preises Gewinne machen kann und Eigen- und Fremdkapital weiterhin auf einem entspannten Niveau von etwa 50:50 stehen. Die Bilanz des Konzerns kann durchaus als ausgeglichen und wenig krisenanfällig bezeichnet werden.

Doch während der Ölpreis vom 26. Dezember 2010 von $88 auf $106 am 1. Juni 2014 stieg sanken Umsätze und Gewinne des Öl-Konzerns. Ist also der Ölpreisverfall schuld an der aktuell schlechteren Bilanz? Oder hat Royal Dutch Shell seinen gewerblichen Zenit bereits 2011 erreicht?

Noch 2011 setzte das Unternehmen 293,3 Milliarden USD um. Bereits 2012 stieg dieser Umsatz lediglich um 0,5%, um in den Jahren 2013 (-2,1%), 2014 (-11,4%) und 2015 (-32,2%) zu sinken.

Bei den Gewinnen sieht es noch schlimmer aus. Der Bruttoergebnis (vom Umsatz) war 2011 mit 37,2 Milliarden US-Dollar sehr stark. Doch in den Folgejahren sank das Ergebnis um 8, 12, 18 und 52% auf zuletzt 11,9 Milliarden US-Dollar.

Dieser Absatz wurde zur Verfügung gestellt von Jonas Höfgen von Insidetrading.de.

Kennzahlen und Dividendenhistorie

Bevor ich mich der historischen Wertentwicklung von Royal Dutch Shell widme, werfen wir noch kurz einen Blick auf die aktuellen Kennzahlen sowie die Daten des Dividenden-Alarms. In der Übersicht auf der linken Seite werden einige Kennzahlen von Royal Dutch Shell zusammengefasst.

Royal Dutch Shell - 02.06.2017
Aktuelle Kennzahlen von Royal Dutch Shell - Fotolia © cirquedesprit
Kennzahlen

kennzahlen-dividenden-alarm

  • Dividendenrendite: 6,95%
    Platz 1 von 18 in der Rubrik Öl & Gas
  • aktuelle Rebalancing-Option:
    Verkauf Kinder Morgan; Fuchs Petrolub; OMV – Kauf Royal Dutch Shell
  • Kaufsignal: unter 24,64 Euro
  • Verkaufsignal: ab 49,27 Euro
Im oberen Bereich kannst du anhand der Farbskala erkennen, welches Signal Royal Dutch Shell derzeit generiert. Es ist ein Kaufsignal. Mit einer Dividendenrendite von fast 7% ist dies auch kein Wunder. Dabei konnte man in den vergangenen Monaten sogar eine deutlich höhere Dividendenrendite erzielen.

In der Spitze gab es die Shell Aktie mit einer Dividendenrendite von 10,2% am 20.01.2016. Und ungefähr drei Wochen lang konnte man die Aktie mit einer Dividendenrendite von über 9% kaufen. Auch historisch betrachtet ist dies ein sehr seltener Wert.

Hättest du die Aktie auch mit dieser Dividendenrendite kaufen können? Ja absolut, denn die Höchstwerte bei der Dividendenrendite wurden während der letzten Dividenden-Alarm Verkaufsphase erzielt! Wenn du die Dividenden-Alarm Strategie konsequent verfolgen würdest, hättest du auch bei Royal Dutch Shell alles richtig gemacht.

Die Links im seitlichen Block führen dich auf unterschiedliche Seiten zu Royal Dutch Shell. Verlinkt sind neben der sehr umfangreichen Investor Relations Webseite von Royal Dutch Shell auch verschiedene Webseiten wie die TraderFox Charts, Dividenden-Profile von Dividend.com und DivData.com sowie News-Seiten.

Die Höhe der aktuellen Dividende von 1,88 USD besteht seit Mai 2014. Seitdem wurde die Dividende stabil gehalten und weder erhöht noch gesenkt. Insgesamt kann Royal Dutch Shell auf eine sehr starke Dividendenhistorie zurückblicken, denn seit 1945 hat das Unternehmen seine Dividende nicht gesenkt! Das sind mittlerweile 72 Jahre. Wenn man bedenkt, wie viele Crashs, Öl-Krisen und Kriege es in den letzten 7 Jahrzehnten gab, so ist dies eine sehr starke Leistung.

Im Vergleich der 18 Öl & Gas-Branchenkollegen die der Dividenden-Alarm überwacht, bietet Royal Dutch Shell derzeit die höchste Dividendenrendite. Die niedrigste Dividendenrenditen bringen derzeit Halliburton, Imperial Oil und Fuchs Petrolub.

Innerhalb der Rubrik Öl & Gas gibt es im Moment einige Dividenden-Rebalancing Optionen, denn derzeit generieren 7 Unternehmen ein Kaufsignal und 3 Unternehmen ein Verkaufssignal. Hier bietet es sich an, die Aktien von Kinder Morgan, Fuchs Petrolub und OMV näher unter die Lupe zu nehmen.

Aktienanzahl Royal Dutch ShellDie Marktkapitalisierung von Royal Dutch Shell ergibt sich aus der Gesamtheit von A und B Aktien. Der Gesamtwert des Unternehmens war in der Vergangenheit bereits mehr als doppelt so hoch.

An dieser Stelle kurz der Einwurf bezüglich der zwei Aktiengattungen bei Royal Dutch Shell. Das Unternehmen bietet eine A-Aktie (ISIN: GB00B03MLX29) sowie eine B-Aktie (ISIN: GB00B03MM408) an. Die Aktien beider Klassen entsprechen sich völlig in Art und Umfang der verbrieften Mitgliedschaftsrechte. Der Unterschied besteht lediglich in der steuerlichen Behandlung der ausgeschütteten Dividenden.

Welche Unterschiede es bei der Wahl der richtigen Aktienklasse zu beachten gibt und für welchen Anleger sich wann, welche der beiden Aktien am besten eignet, habe ich in diesem Artikel bereits näher erläutert.

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Dividenden-Alarm Strategie

Nun möchte ich direkt zur Auswertung des Dividenden-Alarms kommen. Die Alarmsignale beruhen auf der historischen Dividendenrendite. Sobald eine Aktie eine selten hohe Dividendenrendite erzielt, generiert sie ein Kaufsignal und man kann sich mit den Kaufoptionen beschäftigen.

Umgekehrt gibt es auch immer wieder Phasen, in denen eine Aktie eine historisch niedrige Dividendenrendite erzielt. An diesem Punkt wird ein Verkaufssignal generiert und die Aktie kann auf einen möglichen Verkauf hin überprüft werden. Wie das in der Vergangenheit bei Royal Dutch Shell aussah, siehst du gleich im untenstehenden Diagramm.

Ein paar Worte noch zu den Daten der Shell Aktie. Royal Dutch Shell besitzt ein Primary Listing an der London Stock Exchange und Secondary Listings an der Euronext in Amsterdam, an der New York Stock Exchange sowie in weiteren sieben europäischen Staaten, darunter in Deutschland an der Börse in Frankfurt.

In London wird die Aktie in britischen Pfund gehandelt und in Amsterdam, sowie den anderen europäischen Börsen, in Euro. In New York allerdings werden stellvertretend für die Aktien ADRs (American Depository Receipts) gehandelt. Hierbei handelt sich um Zertifikate, die von amerikanischen Kreditinstituten ausgestellt werden, welche die zugrundeliegenden Aktien in Verwahrung haben. Gerade bei ausländischen Aktien wird diese Form des Handels gewählt. Für Unternehmen bietet es die Möglichkeit gelistet zu werden, ohne sich einem vollständigen Zulassungsverfahren zu unterziehen.

Das Problem für die Dividenden-Alarm Datenbank ist nun folgendes: Die unterschiedlichen Aktien werden in GBP, in EUR und in USD gehandelt. Die Dividende für die GBP- und EUR-Aktien wird aber ausschließlich in USD deklariert. Diese ist allerdings nicht identisch mit der Dividende für die ADRs, die auch in USD angeben wird.

Für die Auswertung des Dividenden-Alarms gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder ich verwende die Daten für die Aktienkurse in GBP oder EUR und rechne für jeden einzelnen Datensatz die Dividende in USD mit dem jeweiligen Tageskurs in GBP oder EUR um. Bei 220 Börsentagen und historischen Daten aus zahlreichen Jahrzehnten, kommen so zehntausende Datensätze zusammen. Die Zusammentragung der einzelnen Kurs-, Dividenden- und Währungsdaten ist daher sehr aufwendig und die Datenqualität kann mitunter fehlerhaft sein und nicht garantiert werden.

Alternativ besteht die Möglichkeit nur die Daten des ADR Listings zu verwenden. Zumindest für die Darstellung der Dividendenrendite Range ist dies völlig ausreichend. Da sich die ADRs identisch wie die Aktien verhalten, können die Ergebnisse bequem auf die Aktien in Europa übertragen werden.

Für die ADRs kann ich allerdings nur auf einen vollständigen Datenbestand der letzten 11 Jahre zurückgreifen. Leider sind für die Zeiten davor nur unvollständige Datensätze zu finden, die zudem auch sehr schwer bis gar nicht mit anderen Datenquellen zusammengefügt werden können.

Schade, denn bei Royal Dutch Shell hätte ich sehr gern viele Jahre mehr in der Historie sehen wollen. Dennoch geben uns die Daten der letzten 11 Jahre einen guten Überblick über das Verhalten der Royal Dutch Shell Aktie.

Diagramm Dividenden-Alarm Royal Dutch Shell

Was können wir alles aus dem Diagramm ablesen?

Die schwarze Linie ist der tatsächliche Kursverkauf der Royal Dutch Shell ADR in US-Dollar. Beginnend im Jahr 2005 bis heute im Jahr 2016. Insgesamt sind dies 11 Jahre mit gut 2.500 qualifizierten Datensätzen. Die Nutzunh von täglichen Daten sowie deren überprüfte Qualität, bieten die Möglichkeit einer sehr genauen Darstellung.

Zusätzlich zum Kursverlauf der Aktie habe ich weitere Informationen abgebildet. Die rote Linie zeigt die Verlaufskurve der Dividenden-Alarm Verkaufssignale an und die grüne Linie die entsprechenden Kaufsignale. Ein Signal wird erst aktiviert, wenn der schwarze Aktienkurs eine der beiden Linien durchbricht.

Warum wird der Verlauf der Signale treppenförmig dargestellt?

Dies ist einfach erklärt. Ein Verkaufssignal sowie ein Kaufsignal, wird durch die Höhe der Dividendenrendite festgelegt. Das Kaufsignal wurde zum Beispiel bei 6,8% definiert. Der Aktienkurs der für die Generierung eines Kaufsignals erreicht werden muss, ergibt sich dann aus der Dividende und der Dividendenrendite.

Da sich beide Werte innerhalb eines Jahres nicht ändern, (Dividende maximal alle 12 Monate oder länger, Kaufsignal 6,8% dauerhaft) entsteht im Diagramm für mindestens 12 Monate oder länger ein gleichbleibender Wert. Je länger die Dividende nicht angehoben wird, desto länger zieht sich eine Treppenstufe hin. Gut zu sehen ist dies im Zeitfenster zwischen 2009 und 2012 sowie seit 2014.

Erst wenn Royal Dutch Shell eine höhere Dividende bekanntgibt, ändert sich auch der zu erreichende Aktienkurs, der bei einer Dividendenrendite von 6,8% erreicht werden muss. Beim Verkaufssignal funktioniert dies analog.

Worüber man diskutieren kann, sind sicherlich die Schwellenwerte an denen der Dividenden-Alarm aktiv wird. Bei der Shell Aktie könnte man den Signalwert für das Kaufsignal sicherlich auch auf einen Wert von 6% oder 5,5% legen.

Ziel der Dividenden-Alarm Strategie ist es aber, so spät wie möglich an Signalphasen zu partizipieren. Es bringt daher wenig, wenn eine Aktie nach Generierung eines Signals, nochmals 30% fällt oder steigt. Dieser Spielraum wäre mir persönlich zu groß und ein Bereich zwischen 10 und 15% Abweichung ist sicherlich lukrativer und genauer.

Es gab in der Vergangenheit zwei Kaufsignale. Eines im Jahr 2008 und das letzte ist immer noch aktiv. Hier kann man sehr gut erkennen, dass der Aktienkurs sehr weit ins Kaufsignal hineingelaufen ist. Der Kursunterschied vom Tief bis zur Schwelle der Signalauslösung ist daher sehr groß.

Insgesamt gab es in den letzten 11 Jahren zwei sehr kurze Verkaufssignale (2005 und 2007). Spätestens im Jahr 2007 hätte ein Verkauf der Aktien Sinn gemacht. Gespart hätte man sich später einen Kursverlust von mehr als 50%!

Bereits kurze Zeit später, während der Finanzkrise, hätte man sich die Shell Aktien wieder günstig einsammeln können. Bis heute würden sie im Depot liegen und aktuell dazu noch mit der Option seinen Bestand aufstocken zu können.

Anhand des schwarzen Aktienkurses kann man zudem sehr gut sehen, dass die Verkaufssignale immer nur sehr kurz aktiv waren und man für den Kauf der Aktien deutlich mehr Zeit aufbringen konnte.

Die Gesamtanzahl der Dividenden Alarm Signale (4), liegt etwas über meinem anvisierten Schnitt von einem Signal je 4 bis 7 Jahren. Viel häufiger muss man eine Aktie mit langfristiger Anlagestrategie nicht handeln. Sollte ein Signal noch häufiger ausgelöst werden, müsste man die Signalschwellen etwas anpassen um so bei deutlich weniger Signale zu bekommen.

Das bedeutet, wenn eine Aktie zum Beispiel jedes Jahr einen Wert von 5% erreicht, aber nur alle 5 Jahre einen Wert von 6,5%, dann könnte man die Signalschwelle auf 6% legen.

Zukunft von Royal Dutch Shell

Wie es mit Royal Dutch Shell in Zukunft weitergeht, weiß auch ich nicht. Daher kann ich mich nur an der Historie sowie dem Management orientieren. Hier ist es wichtig verlässliche Zusagen zur zukünftigen Dividendenpolitik zu erhalten.

Mit dem Erhalt der Dividende, eine Erhöhung wird derzeit gar nicht erwartet, steht und fällt im Moment das gesamte Szenario. Man muss sich mal bewusstwerden, was eine leichtfertige Absenkung der Dividende bedeuten würde.

Hundertausende Menschen und deren regelmäßige Einkünfte wären davon direkt betroffen. Jüngere Aktionäre mal ausgenommen, stehen hinter den Anteilseignern auch riesige Pensionsfonds, welche mit den Dividenden tausende Pensionisten versorgen. Sie brauchen Gewissheit und Kontinuität, dass die Erträge auch in Zukunft moderat fließen.

Dazu hat der britische Staat einen großen Einfluss auf seine Schlüsselindustrie. Gerade am Beispiel von BP nach der Deepwater Horizon Katastrophe im Golf von Mexiko, konnte man dies gut erkennen. Einer Zerschlagung und Übernahme wurde damals ein Riegel vorgeschoben. Es besteht ein existentielles Interesse, die wirtschaftlich mächtigen Industrien am Leben und im Land zu halten.

Im Grunde geht es mir bei meinen Dividendeneinnahmen ähnlich. Auch ich habe Interesse an kontinuierlichen Dividenden-Erträgen. Diese müssen in schwierigen Phasen nicht zwanghaft erhöht werden. Sie müssen für mich berechenbar und sicher sein. Unberechenbar wären sie, wenn die Dividende durchs Management unverhofft und bei geringstem Wind in Frage gestellt würden.

Oft zu sehen sind Dividendenstreichungen bei deutschen Unternehmen. Wie sonst kann man es sich erklären, dass es in Deutschland keine Dividenden Aristokraten oder wie im Fall von Royal Dutch Shell, Unternehmen mit einer sehr langen Historie von nicht gekürzten Dividenden, gibt? Dividenden-Kontinuität ist leider keine deutsche Tugend.

In Amerika gibt es dagegen so viele Dividenden Aristokraten und zuverlässig zahlende Unternehmen, dass man sie gar nicht alle lesbar auf eine Din-A4 Seite schreiben könnte.

Wenn die Höhe der Dividende bei einem Unternehmen so ausgelegt wurde, dass sie auch in stürmischen Phasen gezahlt werden kann, dann ist dies auch in meinem Interesse. Bei Royal Dutch Shell ist dies der Fall. Zumindest unterstelle ich dies dem Unternehmen, denn die 72-jährige Historie beweist dies sehr anschaulich.

Das Unternehmen ist in den Phasen von Öl-Preisverfall und Umstrukturierung eher bereit, die Dividende eine längere Zeit nicht zu erhöhen und mit dem Verkauf von unrentablen Unternehmensanteilen, Kündigungswellen und anderen Management-Möglichkeiten einer Streichung und Kürzung der Dividende entgegenzuwirken.

Wie gehe ich nun vor?

Natürlich bleibe ich der Royal Dutch Shell Aktie treu. Zudem habe ich keine Angst, werde nicht unsicher und kann auch nachts ruhig schlafen, wenn der Aktienkurs ein Kaufsignal generiert. Ich vertraue hier einfach dem Unternehmen und dem Management.

Dazu gehört es auch, sich gerade in diesen Phasen mit der zukünftige Dividendenpolitik zu beschäftigen. Ich lese daher regelmäßig die News die zum Unternehmen erscheinen. Gerade wenn der Vorstand etwas zu sagen hat, sollte man gut zuhören.

Auch werde ich weiterhin meinen Aktienbestand von Royal Dutch Shell ausbauen. Dies geschieht bei mir auf zwei Arten.

Stockdividende:
Du weißt nicht, was eine Stockdividende ist? Hier in diesem Artikel habe ich es bereits erklärt.

Solange Royal Dutch Shell eine Stockdividende anbietet, man bekommt statt einer Bar-Dividende neue Aktien ins Depot gebucht, werde ich Quartal für Quartal diese Möglichkeit weiterhin annehmen. Mein Aktienbestand wächst so alle drei Monate um eine zweistellige Anzahl von Aktien, was mir automatisch auch höhere Dividendeneinnahmen einbringt.

Diese Möglichkeit würde ich solange nutzen, bis die Shell Aktie wieder ein moderates und neutrales Niveau erreicht hat. Wie definiere ich dieses Niveau? Die weitere Dividendenentwicklung spielt hier natürlich auch eine wichtige Rolle. Mit Blick auf den oben abgebildeten Chart der Royal Dutch Shell Aktie (mit den eingezeichneten roten und grünen Schwellenwerten) würde ich genau die Mitte avisieren. Dies entspricht einer Dividendenrendite von ca. 5%. Solange die Shell Aktie über diesem Wert gehandelt wird, sammle ich weiterhin die Stockdividenden ein. Erst mit Werten unterhalb von 5%, entscheide ich mich für die Bar-Dividende.

Nachkauf:
Neben den Stockdividenden werde ich auch immer wieder mal direkt neue Aktien kaufen. Hier konzentriere ich mich aber ausschließlich auf das Kaufsignal. Anhand der letzten Monate kann man zudem sehr gut sehen, wie viel Luft einem der Aktienkurs für einen Einstieg bietet. Aufgrund der Positionsgröße von Shell in meinem Depot, interessieren mich persönlich nur noch Aktienkurse unterhalb von 20 Euro bei der aktuell gezahlten Dividende.

Was spricht noch für einen Kauf von Royal Dutch Shell Aktien?

In den letzten Tagen habe ich für diesen Artikel viel gelesen und recherchiert. Neben der Dividenden-Alarm Strategie gibt es weitere Gründe die für Öl-Aktien und auch die Aktien von Royal Dutch Shell sprechen.

Als erstes sticht hier natürlich der Öl-Preis ins Auge. Machen wir uns nichts vor, historisch niedrige Öl-Preise hin oder her. Wir stehen aktuell am Jahreshoch, denn mittlerweile sind wir weit entfernt von den Tiefständen die noch im Januar 2016 erzielt wurden.

Öl-Preis aktuell

Praktisch stehen wir kurz vor einer Verdopplung des Öl-Preises seit Anfang des Jahres. Und obwohl hier ein fast 100% höherer Öl-Preis innerhalb von 11 Monaten erzielt werden konnte, sind die medialen Aussichten immer noch dunkeltrüb. Während in den Medien noch getrauert wird und der Weltuntergang beim Öl prognostiziert wird, haben wir bereits eine dreistellige Performance erzielt! Verlasst euch nicht blind auf die Medien. Prüft die Entwicklung selbst nach.

Dabei hat sich die Ertragslage bei vielen Öl-Konzernen bereits deutlich verbessert. Allein Shell hat im dritten Quartal bereits wieder 2 Milliarden Dollar verdient! Das Tal der Tränen wurde bereits vor vielen Wochen und Monaten verlassen.

Auch die OPEC-Minister haben zuletzt mit einer seltenen Nachricht auf sich aufmerksam gemacht. Es wurde eine geringe Förderabsenkung beschlossen. In Summe war das nicht viel, es war aber seit 8 Jahren die erste Absenkung dieser Art. Auch wenn es damit keinen Öl-Preis von 100 Dollar geben wird, so dürften es aber Sicherheit geben, dass der Öl-Preis so schnell nicht wieder unter die 30 Dollar Marke fällt.

Ein weiterer Vorteil spricht für Royal Dutch Shell. Die riesige Downstream-Sparte ist deutlich unabhängiger vom Öl-Preis als man glaubt. Downstream wird das Geschäft bezeichnet, bei dem das Rohöl zu anderen Produkten weiterverarbeitet wird. Dazu zählen Raffinerien, Tankstellen und andere petrochemische Anlagen. Die Margen sind hier teilweise sehr stabil. Oder konntet ihr die Flasche Motoröl in den letzten Monaten zum halben Preis kaufen? Sicherlich nicht.

Auch das Chartbild von Royal Durch Shell konnte sich seit Ende des letzten Jahres wieder erholen. Derzeit pendelt der Aktienkurs in einer engen Range zwischen 23,50 und 25,50 Euro. Mit jedem Dollar Preisanstieg beim Öl und sich positiv entwickelnden Quartalszahlen von Shell, dürfte es mitunter schneller gehen als man denken mag.

TraderFox Chart Royal Dutch Shell

Analysten sehen bei Royal Dutch Shell derzeit sogar eine Bewertung auf dem Niveau des Buchwertes! Das hochprofitable operative Geschäft ist praktisch gar nicht eingepreist. Auch das KGV soll bis 2018 auf 11 sinken und das Ertragspotential der Integration von BG ist auch noch nicht voll ausgeschöpft worden.

Als letztes muss noch das eigene Interesse von Shell hervorgehoben werden, die Dividende nicht zu senken. Konzernchef Ben van Beurden hat sich bereits mehrfach dazu geäußert, alles zu tun um hier nicht kürzen zu müssen.

Worst Case

Ja, auch diesen Fall müssen wir in Betracht ziehen. Dies wäre der Fall, wenn Royal Dutch Shell seine Dividende streicht bzw. kürzt. Als unwahrscheinlich erachte ich die komplette Streichung der Dividende. Dies wäre praktisch der Worst Case innerhalb des Worst Case.

Eher kommt schon eine Reduzierung der Dividende in Frage. Um die Aktionäre nicht zu verstimmen, müsste dies mit weitreichenden Zugeständnissen einhergehen. Dies könnte zum Beispiel eine zeitliche Begrenzung sein. In dem der Vorstand verkündet, die Dividende zwar zu reduzieren, diese aber für die kommenden drei Jahre zu garantieren.

Einhergehend mit umfangreichen Umstrukturierungsmaßnahmen während dieser Zeit, könnten auch die Aktionäre davon profitieren. Die eingesparten Dividenden-Milliarden können genutzt werden um neue Ertragsquellen zu erschließen oder bestehende Erträge abzusichern. Die Aktionäre hätten dann für den genannten Zeitraum das Nachsehen bei der Dividende, würden aber mit einer deutlich stärkeren Ertragskraft nach dieser Zeit rechnen können.

Aber wie realistisch wäre ein solches Szenario? Noch bleiben den Unternehmen genügend Alternativen. Man kann sich von weiteren unrentablen Assets trennen, weitere Investitionen streichen und sich auf die margenstarken Cash-Flows konzentrieren. Allein der Öl-Preis wird die Richtung vorgeben. Wenn dieser moderat steigt und weniger volatil ist, können Unternehmen auch viel besser damit umgehen.

Ich schenke daher Worst Case Szenarien nur wenig Bedeutung, da ich davon ausgehe, dass gerade die großen Marktplayer ausreichend andere Möglichkeiten haben, auf niedrigere Öl-Preise zu reagieren.

Verkaufsaussichten

Zuletzt noch ein Blick in die Zukunft, auch wenn ich selbst nicht weiß, wann die Aktie wieder ein Verkaufssignal im Dividenden-Alarm generieren wird. Ein zukünftiges Verkaufssignal würde mich sicherlich sehr zufriedenstellen, wenn ich auch meine Shell Aktien dann nicht so einfach und ohne einen ordentlichen Aufschlag, hergeben würde.

Die Performance einer Depotposition ist umso größer, je länger die Phase zwischen einem Kaufsignal und einem Verkaufssignal andauert. Dazu gibt es verschiedene Szenarien die interessant sein können.

Unterstellt habe ich bei den einzelnen Szenarien eine Dividendenrendite von 3,4%. Diesen Wert habe ich als Signalschwelle für das Verkaufssignal bei Royal Dutch Shell definiert. Des Weiteren zeigen die Berechnungen auch einen Wert von 3,0% an. Dies war der geringste Wert (Anfang Mai 2007) den ich bei der Auswertung der historischen Dividendenrendite ermitteln konnte.

Royal Dutch Shell - Szenario 1Szenario 1:
Die Aktie erreicht in wenigen Tagen, einfach so ein Verkaufssignal. Klar, dies ist sehr unrealistisch und soll auch nur die theoretische Entwicklung aufzeigen. Bei der aktuellen Dividende von 1,88 USD (in EUR umgerechnet mit dem aktuellen Wechselkurs) müsste der Aktienkurs heute auf knapp 55 Euro springen, um dieses Signal zu aktivieren. Im besten Fall kann auch ein Aktienkurs von knapp 63 Euro erzielt werden. Die Performance würde dann zwischen 147% und 180% liegen. Dividenden sind hier nicht mehr geflossen.

Royal Dutch Shell - Szenario 2Szenario 2:
Was wäre aber, wenn Royal Dutch Shell das Verkaufssignal erst in 10 Jahren erreicht und dabei die Dividende weiterhin nicht erhöht wird? Auch dieses Szenario ist nicht ganz realistisch, denn es gab bisher keinen so langen Zeitraum mit einer gleichbleibenden Dividende und der Umrechnungskurs zum Euro wäre sicherlich auch nicht 10 Jahre lang identisch. Aber rechnen wir auch dieses Beispiel mal durch.

Während der 10 Jahre kassieren wir Jahr für Jahr eine sehr attraktive Dividende von 1,88 USD (umgerechnet in Euro). Da die Dividende nicht verändert wird, müssen im Zielbild auch die gleichen Aktienkurse wie im Szenario 1 erreicht werden. Der einzige Unterschied sind hier die ausbezahlten Dividenden. Diese geben der Gesamtperformance einen ordentlichen Schub.

An dieser Stelle wird es jetzt sehr interessant. Denn obwohl Shell in unserem Szenario seine Dividende nicht mehr erhöht, können wir mit dem Erreichen eines Verkaufssignals hohe dreistellige, ja sogar vierstellige Renditen erzielen!

Ein drittes Szenario könnte nun sein, wie die Rechnung aussehen würde, wenn Shell wieder anfängt seine Dividende zu erhöhen. Aber darauf verzichte ich jetzt mal an dieser Stelle. Heben wir uns zukünftige Dividendenanhebungen als Bonus auf. Dafür lassen wir auch einen Worst Case an uns vorbeiziehen.

Fazit

Die Fragen mit denen man sich beschäftigen sollte, sind simpel. Wie entwickelt sich der Öl-Preis in den kommenden Jahren? Wird Shell weiterhin seine Dividende stabil halten können? Wie lang wird es dauern, bis die Shell Aktie wieder normal bewertet wird und wann generiert sie auch wieder ein Verkaufssignal?

Nur wer skeptisch ist, bei einer zukünftig positiven Entwicklung der genannten Punkte sowie bei der Beantwortung der Fragen, sollte von einem Investment in die Shell Aktie und sicherlich auch in andere Öl-Unternehmen absehen.

Ich bleibe bei meiner oben genannten Entscheidung und kaufe weiterhin Aktien zu. Spätestens wenn die Shell Aktie auch wieder ein Verkaufssignal generiert, werde ich hier an dieser Stelle erneut die weitere Vorgehensweise besprechen. Währenddessen, kümmern wir uns weiterhin gemeinsam um die Optimierung unserer Depots und suchen nach antizyklischen Einstiegschancen.

Meine Meinung, meine Investitionsentscheidung sowie die Simulationen in diesem Artikel betreffen lediglich die Royal Dutch Shell Aktie und deren ganz individuelle Situation. Daher kann ich in diesem Zusammenhang nicht automatisch für alle anderen Öl-Aktien sprechen. Dafür müsste jedes einzelne Unternehmen separat einer Prüfung unterzogen werden.

Royal Dutch Shell hat mich mit seiner sehr langen Dividendenhistorie überzeugt. Auch die Größe des Unternehmens ist ein deutlicher Vorteil gegenüber kleineren Wettbewerbern. Allein diese beiden Punkte sind nicht bei vielen anderen Unternehmen zu finden und machen es daher schwer 1:1 Vergleiche mit anderen Unternehmen zu ziehen.

Wie siehst du die Situation bei den Öl-Konzernen? Hast du auch Aktien von Royal Dutch Shell im Depot? Deine Bedenken oder auch Gedanken zur angesprochenen Thematik würden mich sehr interessieren. Gern kannst du einen Kommentar dalassen oder mir eine E-Mail schreiben.

Sollte dir dieser Artikel oder aber auch die anderen Artikel (W.W. Grainger, Veolia, CVS Health, Altria) zum praktischen Anwendung des Dividenden-Alarms gefallen haben, dann würde ich mich sehr freuen, wenn du in Zukunft mit Hilfe des Dividenden-Alarms dein Dividenden-Depot systematisch und antizyklisch aufstellst. Ich helfe dir gern dabei.

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Vermögensanleger.deFür den Vermögensanleger ist bei der Investition in Öl und Gas grundsätzlich die strategische Perspektive relevant. Für ihn ist es wichtig zu sehen, wie sich die Weltbevölkerung, der weltweite Energiebedarf und alternative Rohstoffquellen entwickeln. Da er auch Royal Dutch Shell Investor ist, betrachtet er in seinem Artikel Öl und Gas – Lohnt sich eine Investition in diese Branche noch? das Thema Rohstoffe einmal aus etwas übergeordneter Perspektive.

Investorenausbildung.deAuf der Seite Investorenausbildung.de findest du eine umfangreiche qualitative Bewertung sowie quantitative Analyse von Royal Dutch Shell. Die Unternehmensanalyse umfasst neben der Geschichte von Royal Dutch Shell auch interessanten Fakten sowie jede Menge Zahlen, Charts und Diagramme. Wenn du wissen willst, wie hoch der Buchwert sowie die faire Bewertung von Royal Dutch Shell aussieht, dann empfehle ich dir diesen lesenswerten Artikel.