Artikel 4 von 6 der Artikelserie: Sparen ist nicht gleich Sparen

Unser Beispiel aus dem vorangegangenen Artikel, mit dem geplanten Kauf des Fernsehers für 1.000,- Euro und dem tatsächlichen Schnäppchenkauf für 600,- Euro war noch nicht zu Ende. Denn laut Definition des Sparens beginnt jetzt erst der zweite Teil beim sparen. Für den Kauf des Fernsehers lag das Budget bei 1000,- Euro. Nach dem Kauf für 600,- Euro verbleibt ein Restbudget von 400,- Euro. Meistens werden die 400,- Euro am Ende auch drauf gehen.

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Entweder für weiteren Konsum mit dem man sich für den Super-Deal belohnt oder weil das Geld im täglichen Haushaltsbudget versickert. Warum soll man nicht gleich einen neuen Blu-ray-Player mit kompletter Dolby-Surround-Anlage kaufen? Die Anlage war zwar anfangs nicht geplant, weil kein Budget dafür da war, aber nun ist welches da und man schlägt zu.

Die ganz fleißigen Supersparer geben am Ende sogar 1300,- Euro für alles zusammen aus, weil mit einem Sky-Abo und einer neuen PlayStation das Wohnzimmer-Erlebnis erst so richtig abgerundet wird. Dabei wird das Gefühl der finanziellen Glücklichkeit trotzdem erreicht (weil man ja sooo viel gespart hat), obwohl deutlich mehr Geld ausgegeben wurde als geplant.

Und nun meine Frage. Wer kann von sich behaupten den Konsumverzicht bzw. die Ersparnis mit der Bildung von Rücklagen zu koppeln? Wer überweist die verbliebenen 400,- Euro direkt in sein Vermögensbudget? Wer plant den Kauf eines Autos für 20.000,- Euro und legt gesparte 2.000,- Euro (Auto kostete am Ende doch nur 18.000,- Euro) für sein Vermögen weg?

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Selbst die Ex-Raucher sollten sich genau überlegen, ob sie nur überall herum erzählen wie viel Geld sie jetzt dadurch sparen oder ob sie die Ersparnis auch wirklich vom Konto weg überwiesen haben.

Für mich hat das Sparen daher zwei Seiten – Konsumverzicht und gleichzeitiges ansparen. Ich hatte euch ja mal geschrieben, dass ich Kleingeldmünzen sammle. Mittlerweile habe ich mein sammeln so weit verfeinert, dass ich nur noch mit Geldscheinen bezahle und sämtliche Münzen spare.

Der Vorteil: je mehr ich ausgebe desto mehr Münzen bekomme ich und umso mehr spare ich. Also immer wenn ich etwas ausgebe, spare ich gleichzeitig. Und was ich im Kleinen mache, führe ich im Großen auch fort.

Wer die tatsächliche Ersparnis auch wirklich anspart, der macht im Grunde alles richtig. Wer nur beim ausgeben spart oder wer nur seine zur Verfügung stehenden Mittel spart, der kann noch einen Zahn zulegen. Erst die Verknüpfung von beiden führt zur maximalen Ersparnis.

Auch wenn die Artikelserie hier beendet ist, möchte ich auf zwei wichtige Punkte im nächsten Artikel noch extra eingehen.