Die Zentralbanken drucken das Geld © Bundesministerium der FinanzenWillkommen im größten Geldexperiment aller Zeiten. Du glaubst mir nicht? Seit 2006 pumpen die Zentralbanken Geld in den Markt in Form von Milliarden von Euro und Dollar, in der Hoffnung, dass irgendwann die Inflationen in Gang kommt. Der Schrecken von 1929 sitz tief in der Psyche der Zentralbank, als sie aufgrund der Hyperinflation den Geldhahn zu früh zugedreht haben und die Weltkonjunktur in eine schwere Depression stürzten.

Der Kreislauf aus fallenden Preisen von Gütern führt bei den Unternehmen zu geringen Renditen und weniger Produktion, dies führt zu Entlassungen was wiederum weniger Kaufkraft bei den Bürgern verursacht.

Dieses Szenario ist aus Sicht der Zentralbank nicht schlimmer als eine hohe Inflationsrate die irgendwann zuschlägt. So hat sich seit 2006 die Zentralbankbilanz der FED (Federal Reserve Us Notenbank) fast vervierfacht auf 4,5 Billionen Dollar.

90% des Geldes sind nicht über Kredite in die Wirtschaft geflossen sondern in Wertpapiere. Deswegen spüren wir die Ausweitung der Geldmenge noch nicht bei den Verbraucherpreisen.

Bisherige Wirtschaftsgesetze sind außer Kraft gesetzt. Börsenexperten trauen sich keine Prognosen zu, da alles von Zentralbanken bestimmt wird. Wen wundert es, wenn die EZB (europäische Zentralbank) ankündigt jeden Monat für 60 Mrd. Euro Staatsanleihen zu kaufen.

Der Zins, der lange als Risikomaß galt, existiert nicht mehr. So bringen aktuell portugiesische Staatsanleihen mit 10 jähriger Laufzeit knapp 2%. Wir erinnern uns, dass das Land vor ca. 3 Jahren beinahe Pleite gewesen wäre.

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Erik berät und coacht seit 10 Jahren Menschen, in finanziellen Angelegenheiten.

Er gilt als Experte für Themen der Makroökonomie und setzt seinen Schwerpunkt auf die Beratung und den Aufbau von Sachwertportfolios.

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Die EZB hat sich zu einem Drogenhändler gewandelt und die Droge ist Geld. Würde die Zentralbank das Geld aus dem Markt nehmen würden die Zinsen für Staatsanleihen in die Höhe schnellen und die Staaten können sich nicht mehr refinanzieren. Zudem würde ein starker Einbruch an den Aktienmärkten die Folge sein.

Bis heute ist das meiste Geld nicht in Kredite an Wirtschaft und Bürger geflossen sondern in Vermögenswerte wie Aktien. Die Folge sind Blasen. Blasen sind überbewertete Vermögenswerte aufgrund von Geldmengenausweitung. Seit 2007 sind die Aktienmärkte in den USA und Europa um 215% gestiegen. Starke Dividendentitel bringen kaum Rendite. Müssen wir also jetzt mehr Risiken eingehen um Geld zu verdienen?

Die deutschen Sparer sind verzweifelt. Das Festgeldsparen oder Tagesgeldkonto bringt magere Zinsen und eines steht schon heute fest, es wird Inflation geben.

Ich glaube es ist wichtig sich auf mehrere Szenerien einzustellen und eine Assetgruppe spielt für mich eine besondere Rolle, Sachwerte.

Was sind Sachwerte?

[styled_box title=”” class=”sb_blue”] Sachwerte verkörpern einen Gebrauchswert. So besitzt die Immobilie den Gebrauchswert der Miete. Jemand der in der Wohnung wohnt muss schlichtweg dafür zahlen. Wenn es zu starker Inflation kommt passen sich langfristig die Gebrauchspreise an. Wenn die richtigen Sachwerte gekauft wurden sind diese Wertstabil.

Anders ist es mit Geld. Geldwerte verlieren an Wert, es sei denn wir haben eine Deflation. Dann sinken die Preise für Güter und Geldwerte gewinnen an Wert.

Bevor ich auf die Risiken und Chancen von Sachwerten eingehe möchte ich vier Sachwerte vorstellen die in den letzten 50 Jahren funktioniert haben.

Edelmetalle:

© ExQuisine - Fotolia.comSind seit Jahrhunderten eine gängige Anlageklasse die stetigen Zuwachs verzeichnen konnten. Es gibt verschieden Edelmetalle. Du kannst in Platin und Palladium investieren, diese haben eine ausgeprägte industrielle Verwendung, da sie vor allem bei der Motorproduktion von Autos eingesetzt werden und in den letzten Jahren stark gestiegen sind.

Dann gibt es Silber. Silber hat für mich eine doppelte Funktion. Auf der einen Seite wird es in der Industrie verwendet was es konjunkturbedingt schwanken lässt. Es wird vor allem in der Medizintechnik und im Autobau eingesetzt. Auf der anderen Seite ist Silber ein akzeptiertes Zahlungsmittel und hat die Funktion als Geldersatz.

Und dann gibt es Gold. Gold wird in der Industrie am wenigsten verwendet obwohl es die besten Eigenschaften hat – aber es ist zu teuer. Zentralbanken nutzen es als Währungsreserve und lagern große Bestände ein. Unser Geldsystem war bis 1973 Goldgedeckt.

Wenn du wissen willst wie du am besten Gold kaufen kannst, habe ich auf unserer Seite einen Blogartikel darüber geschrieben.

Aktien:

© Dreaming Andy - Fotolia.com
Aktien sind Sachwerte. Du besitzt einen festen Anteil an einem Unternehmen egal wieviel Geld gedruckt wird. Wie du Aktien sinnvoll in deine Vermögensstruktur integrieren kannst, habe ich in der Artikelserie Verwende eine eigene Vermögenstabelle für deine Aktien beschrieben.

Der Vorteil bei Aktien: Du hast einen Verkaufswert aber durch die ausschüttenden Unternehmensgewinne auch konstante Rückflüsse. Wenn du dann noch auf eine Dividenden-Strategie setzt, die dir hilft antizyklsich zu investieren, dann bist du langfristig auf der sicheren Seite.

Immobilien:

© Eisenhans - Fotolia.com
Wohnen müssen Menschen immer irgendwo. Deswegen macht es Sinn in diese Vermögenswerte zu investieren. Sie gelten bei Banken als akzeptierte Sicherheiten und können fast komplett fremdfinanziert werden. In der aktuellen Niedrigzinsphase kannst du eine Eigentumswohnung zu 100% finanzieren und die Miete deckt sich mit den Finanzierungskosten.

Kann man also blind Immobilien kaufen? Nein, denn es gibt viele Schrottimmobilien. Ohne einen Auswahl und Selektionsprozess ist es die gefährlichste Assetklasse, aufgrund von hohen Aufwendung bei Modernisierung.

Infrastruktur:

© AlexF76 - Fotolia.com
Infrastruktur wird immer gebraucht. Aber kann ein normal sterblicher mit seinem Vermögen die Autobahn A1 bauen? Wohl kaum.

Große institutionelle Anleger können das. Sie kommen an solche Investments und machen nichts anderes als in solche Projekte zu investieren. Die Gewinnspannen liegen meist bei 10 – 15% pro Jahr und die Rückflüsse sind aufgrund von staatlichen Garantien gedeckt. Es gibt einige Fonds für Privatanleger die es in Deutschland möglich machen sich an dem institutionellen Anlegergeschäft zu beteiligen.[/styled_box]

Risiken und Chancen von Sachwerten

[styled_box title=”Risiken” class=”sb_red”]

Fallen im Wert

Immobilien sowie Aktien können im Wert fallen. Je nachdem wo sich die Immobilie befindet und wie deren Zustand ist. Bei Aktien ist es etwas anders, funktioniert im Grunde aber ähnlich. Deswegen macht es Sinn Sachwerte miteinander zu mischen und breit zu diversifizieren. So fällt es auf, dass sich vor allem Edelmetalle und Aktien eine negative Korrelation aufweisen. Dies bedeutet, wenn Aktien steigen, fallen Edelmetalle und anders herum.

Makroökonomische Einflüsse

Es gibt Makroökonomische Einflüsse wie die Bevölkerungsentwicklung für Immobilien oder das Konsumentenverhalten bei Aktien. Befinden wir uns in einer Deflation kann das zu lang anhaltenden fallenden Kursen an den Aktienmärkten führen oder zu Blasen wenn die Zentralbank fleißig Geld druckt.

Fremdfinanzierungsrisiko

Sachwerte wie Immobilien und Aktien können auf Kredit gekauft werden. Das große Risiko besteht bei Immobilien in der Anschlussfinanzierung. Die meisten Menschen finanzieren eine Immobilie auf 10 Jahre, ist der Verkaufspreis gerade niedrig und die Zinsen hoch ist eine Anschlussfinanzierung nur erschwert möglich.

Gebundenes Kapital

Nicht Jeder Sachwert ist sofort veräußerbar. Wenn die Immobilie vorzeitig verkauft werden muss und das Darlehen noch besteht, muss unter Umständen eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden. Bei Aktien müssen in einer Phase von fallenden Kursen erheblich Kursrisiken eingegangen werden falls ein Verkauf notwendig ist. Deswegen ist es wichtig, wenn in Sachwerte investiert wird genug liquide Mittel zur Verfügung zu haben.

Anschaffungskosten

Viele Sachwerte haben hohe Anschaffungskosten. Die höchsten haben wir bei Immobilien bis zu 15% des Kaufpreises. Danach kommen Edelmetalle, wenn man sie physisch kauft. Am günstigsten sind die Aktien in den Anschaffungskosten. Deswegen macht es Sinn Immobilien und Edelmetalle möglichst lange zu halten. Zumal bei Edelmetallen, soweit sie physisch vorhanden sind, die Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind. Bei Immobilien ist der Gewinn nach 10 Jahren steuerfrei.[/styled_box] [styled_box title=”Chancen” class=”sb_green”]

Wertstabil

Gerade bei anhaltenden Phasen der Inflation oder der Hyperinflation ist man durch Sachwerte geschützt. Geld kann beliebig nachgedruckt werden. Bei Grundstücken sieht das schon anders aus, diese sind begrenzt genauso wie Unternehmensanteile. Es gibt nur 100% an einem Unternehmen aufzuteilen. Ich kann aber 200% des Geldes von heute in den Umlauf bringen. Das Szenario einer starken Inflation ist absehbar, hier besteht die größte Chance Schulden zu entwerten und Vermögenswerte steigen zu lassen.

Performance

Risiko ist immer im Bezug auf Zeit zu sehen. Vielleicht wäre es töricht bei Höchstkursen in den Aktienmarkt einzusteigen – auf Sicht von 30 oder 40 Jahren sind die Kurse heute aber vielleicht noch günstig. Ist meine Spekulationsdauer nur 2 Jahre solltest du die Finger davon lassen. Bei Edelmetallen empfehle ich eine Haltedauer von ca. 6 – 7 Jahren, Immobilien 10 – 15 Jahre und bei Infrastrukturinvestments 12 – 16 Jahre.

Eigentum:

Geld gehört mir nicht sondern der Zentralbank. Als wir noch ein Goldbasiertes Währungssystem hatten konnte ich meine Scheine bei der Zentralbank in Gold umtauschen, das ist heute nicht mehr möglich. Heute haben wir ein kreditbasiertes Finanzsystem bei dem wir auf die Institution Staat vertrauen. Die Sachwerte die ich anschaffe gehen in mein Eigentum über. Ich empfehle die Sachwerte nicht nur in Deutschland anzuschaffen sondern weltweit. Wobei ich bei den Wohnimmobilien eine Ausnahme machen würde da Anschaffung im Ausland sehr komplex sind. Gold und Silber kannst du in der Schweiz und Hongkong lagern.[/styled_box]

Mein Fazit zum Geld und zu Sachwerten:

Eine alte Bauernregel sagt:“Lege nicht alle Eier in einen Korb!“ Ich sehe das genauso. Wobei 80% aller Bundesbürger durch Lebensversicherungen, Bausparverträge, Tagesgeld und Girokonten genau dort „investiert sind“. Aus meiner Sicht wird es wieder wichtig sich um das Thema Geld zu kümmern und eine Strategie aufzubauen, in der man sich gegenüber mehrerer Szenarien positionieren kann. Dazu gehört für mich ein ausgewogenes Sachwertportfolio von der Aktie bis hin zum Infrastrukturinvestment. Dabei spielt Zeit eine zentrale Rolle und es sollte dabei nicht zu kurz geschaut werden.