Welche Dividenden Erhöhung erwarte ich in meinem Depot? © Antonioguillem Fotolia.comDie Dividenden-Saison ist im vollen Gange. Auch wenn die meisten Ausschüttungen noch vor uns liegen, so geben derzeit viele Unternehmen ihre Dividenden Erhöhung bekannt.

In den wöchentlichen Dividenden-Alarm Signal Auswertungen liste ich alle Dividenden-Veränderungen der Dividenden-Alarm Aktien auf und aktuell gibt es hier unzählige Bekanntmachungen.

Ich habe die aktuelle Ertragssaison zum Anlass genommen und mir meine Depotwerte näher angeschaut. Bei welchen Unternehmen bekomme ich eine höhere Dividenden Ausschüttung? Haben vielleicht auch Unternehmen ihre Dividende gesenkt? Mit welchen Dividenden Erhöhungen kann ich in den kommenden Wochen noch rechnen?

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Für viele Arbeitnehmer könnte dies ein Signal sein, sich jetzt auch an ihren Chef zu wenden und nach einer neuen Gehaltserhöhung zu fragen. Eine jährliche Regelmäßigkeit ohne manuellen Aufwand, dürften hier allerdings nur Aktionäre erfahren. Sie müssen praktisch nichts tun und nur auf die richtigen Unternehmen setzen – was unterm Strich keine Raketen-Wissenschaft ist.

Für die heutigen Auswertungen habe ich nur meine Dividenden Aktien berücksichtigt und meine ETFs sowie andere Assets außen vorgelassen. Als positive Dividenden-Anhebung werte ich jedes Unternehmenskommitment, welches turnusmäßig die aktuelle Dividenden-Saison betrifft.

Wie viele Unternehmen haben bereits ihre Dividende erhöht?

Insgesamt kann ich aktuell 40 Dividenden Aktien in meinem Depot auswerten. Davon haben bereits 26 Unternehmen eine Dividenden-Erhöhung bekanntgegeben. Dazu zählen zum Beispiel Unternehmen wie TAG Immobilien, Rio Tinto sowie Siemens.

6 weitere Unternehmen in meinem Depot werden ihre Dividende aktuell nicht anheben. Allen voran sind hier sicherlich Royal Dutch Shell sowie BP zu nennen.

8 Unternehmen haben sich noch nicht zur neuen Dividende geäußert. Die turnusmäßigen Termine dafür liegen zwischen März und September. In meinem Depot wären das zum Beispiel Procter & Gamble oder auch Johnson & Johnson.

Bei 85% meiner Aktien, weiß ich aktuell also, mit welchem Dividendenertrag ich in diesem Jahr rechnen kann. Für die späteren Berechnungen, werde ich bei den noch offenen Werten mit einer Dividenden-Anhebung rechnen, die dem Durchschnitt der letzten 3 Jahre entspricht.

Durchschnittliche Dividenden Erhöhung

Wenn ich mir nur die 26 Unternehmen anschaue, die ihre Dividende angehoben haben und hier einen einfachen Durchschnitt ermittle, dann kann ich mit einer Dividenden-Erhöhung von 13% rechnen. Das ist doch schon mal eine ordentliche Hausnummer. Wer bekommt schon jährlich eine Gehaltserhöhung von 13%?

Im Vergleich zu den DAX 30 Unternehmen, die in diesem Jahr ihre Dividenden um 14% anheben, liege ich mit meiner Aktienauswahl gar nicht so verkehrt.

Der Wert von 13% kann allerdings nicht 1:1 auf mein Gesamtdepot umgelegt werden, da ich nicht jedes Unternehmen gleich gewichtet habe. Dazu gab es zum Beispiel auch bei BHP Billiton und Rio Tinto außergewöhnlich hohe Dividendenanhebungen, die das Gesamtergebnis verzerren. In diesem Fall zu meinen Gunsten, da ich beide Unternehmen in meinem Depot übergewichtet habe. So partizipiere ich überproportional von den hohen Dividenden Erhöhungen.

Für mich ist es daher interessanter zu wissen, mit welchem tatsächlichen Nettomehrertrag ich in meinem Gesamtdepot rechnen kann.

Zudem fällt mir auf, dass 67% der Unternehmen, die ihre Dividende um einen zweistelligen Prozentsatz gesteigert haben, in meinem Depot auch vom Volumen her übergewichtet sind. Somit partizipiere ich praktisch auch überdurchschnittlich von den hohen Dividendenanhebungen mit Blick auf meinen Nettoertrag.

Sinn macht daher eine genauere Betrachtung der jeweiligen Anhebung, im Vergleich zur tatsächlichen Volumengewichtung der Aktien im Depot. Dafür muss der reale Dividendenertrag jeder einzelnen Positionen berücksichtigt werden. Bekomme ich bei einer Aktie heute eine Jahresdividende von 200 Euro und erhöht sich diese nun um 25%, dann reden wir von ganzen 50 Euro Mehrertrag – pro Jahr! Bei einer höhergewichteten Aktie die mir aktuell einen Jahresertrag von 2.000 Euro einbringt, macht eine Dividenden Erhöhung von 15% ganze 300 Euro Mehrertrag aus.

Die geringere Dividenden Erhöhung, bei einer übergewichteten Aktie, hat in meinem Fall ein viel höheres Gewicht in der Gesamtbetrachtung.

Wie hoch fällt meine reale Dividenden Erhöhung aus?

Alles in allem, habe ich mir die Mühe gemacht und meine Vermögenstabelle um ein paar Spalten erweitert um ein genaues Ergebnis ermitteln zu können. Die Basis waren meine realen Depotwerte und ihre bisherigen Dividendenerträge. Ermittelt habe ich dann, anhand der jeweiligen Dividenden Erhöhung, den neu zu erwarteten Dividendenertrag.

Zuerst habe ich mir nur meine oben genannten 26 Werte angeschaut, welche ihre Dividende angehoben haben. Die einfache Durchschnittsberechnung brachte ja hier eine Erhöhung von 13% zutage.

Mit meiner volumenbasierten Berechnung kann ich einen realen Netto-Mehrertrag von genau 21% erzielen! Zum besseren Verständnis, wie das auf meinem Konto aussehen würde. Wenn ich im letzten Jahr einen Jahresertrag von 100 Euro erzielt habe, so kann ich in diesem Jahr mit einer Gesamtausschüttung von 121 Euro rechnen. Das ist ein absolutes Top-Ergebnis wie ich finde, vor allem, da es sich bei mir um mehr als nur dreistellige Dividendenerträge im Jahr handelt.

Woher kommt das überdurchschnittlich hohe Dividendenwachstum?

Das aus durchschnittlichen 13% Dividendenanhebung bei mir direkt 21% werden, ist schon beachtlich. Aber wie kommt das höhere Ergebnis zustande? Eigentlich sehe ich mich mehr als Income-Investor und da ist mir in erster Linie eine kontinuierliche, hohe und planbare Ausschüttung wichtig.

Mein Fokus liegt daher nicht auf Unternehmen, die mir ein hohes Wachstum versprechen und vielleicht sogar auch gar keine Dividende ausschütten. Dennoch sollte ein gewisses Wachstum nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

So spielen bei mir gewisse Wachstumskennziffern (Umsatz, Gewinn, Dividende) eine wichtige Rolle. Unternehmen die sich hier qualifizieren und in meinem Ranking durch eine höhere Punktzahl auffallen, werden von mir mit einem höheren Budget bedacht, als Unternehmen die nur ein geringeres Wachstum aufweisen.

Wie ich genau vorgehe, wenn ich eine Aktie kaufe oder aufstocke, habe ich dir in meinem Workflow zur Dividenden-Alarm Indikator Kaufphase erklärt.

Die höchsten Dividenden Anhebungen gab es bei Rio Tinto und BHP Billiton sowie Aurelius. Alle drei Unternehmen haben frühzeitig ihre aktionärsfreundliche Dividendenpolitik kommuniziert und mir so die Möglichkeit gegeben, jetzt in vollen Zügen davon zu partizipieren. Aber auch zahlreiche andere Unternehmen, haben ihre Dividende im zweistelligen Bereich angehoben, was somit auch keine Ausnahme in meinem Depot darstellt.

Welche Dividenden Erhöhung kann ich bei den restlichen Unternehmen erwarten?

Ok, 26 der 40 Unternehmen haben bereits eine Dividenden Erhöhung bekanntgegeben. Nur die Auswertung darauf zu legen ist sicherlich nicht korrekt. Am Ende zählt, welche Dividenden Erhöhung mein Gesamtdepot (40 Dividenden Aktien) erzielen wird.

Ganz wichtig: Keins der 40 Unternehmen hat bis jetzt seine Dividende reduziert! Allerdings haben 8 Unternehmen noch keine Informationen zur neuen Dividende verlauten lassen. Nach meinen Recherchen und Schätzungen darf ich bei allen 8 Unternehmen mit einer normalen Anhebung der Dividende rechnen. Für meine Berechnung simuliere ich daher eine Dividenden Erhöhung, die dem Durchschnitt der letzten 3 Jahre entspricht.

Zusammen mit den 26 Unternehmen die ihre Dividende bereits angehoben haben, kann ich nun 34 Unternehmen auswerten. Bei 3 der 8 Unternehmen kann ich auch mit einer Dividenden Erhöhung rechnen, die im zweistelligen Bereich liegen wird. Am Ergebnis meiner Dividenden Erhöhungen hat sich aber kaum etwas geändert. Unterm Strich erziele ich mit den 34 Aktien einen Dividendenertrag der 19,6% über dem des Vorjahres liegt.

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Die Dividenden Erhöhung meines Gesamtdepots

Meine Dividenden-Kröten, so nenne ich jetzt mal die 6 Unternehmen die ihre Dividende nicht angehoben haben, darf ich bei dieser Berechnung natürlich nicht vergessen. Ich bin selbst gespannt, was im Gesamtergebnis herauskommt, denn 3 der 6 Unternehmen habe ich in meinem Depot übergewichtet. Der Grund ist hier in der Dividenden-Kontinuität zu suchen und weniger beim Wachstum.

Auf der einen Seite ist es natürlich schade, wenn ein Unternehmen seine Dividende nicht anheben kann oder will. Auf der anderen Seite muss das nichts Schlimmes vermuten lassen.

Unter den 6 Unternehmen sind wie eingangs erwähnt, BP und Royal Dutch Shell. Aufgrund der Situation beim Öl-Preis in den letzten Jahren, kann ich beim besten Willen keine Dividenden Erhöhung erwarten.

Allein die Fortzahlung der bisherigen Dividende, ist eigentlich schon eine zu hohe Erwartung gewesen. Und dennoch haben es beide Unternehmen geschafft, trotz einer zeitweise sehr hohen Payout-Ratio (bis zu 400% bei Shell), ihre Dividende stabil zu halten. Statt höheren Dividendenerträgen, wurde ich hier in den letzten Monaten mit sehr starken Kursgewinnen belohnt.

Auch CVS Health hat weitere Dividenden Anhebungen bis auf weiteres ausgesetzt um seine Verschuldung im Zuge der Aetna-Übernahme abzubauen. Auch diese Aussetzung der Dividenden Erhöhung ist für mich völlig legitim. Bei den verbleibenden 3 Unternehmen gibt es derzeit auch keine Anzeichen einer negativen Entwicklung.

Betrachte ich nun alle 40 Dividenden Aktien in meinem Depot, dann kann ich in diesem Jahr mit einem 15,2% höheren Dividendenertrag rechnen – Perfekt! Alles in allem bin ich sehr zufrieden, was meine diesjährige Dividenden Ausbeute angeht. Vor allem, da ich in meinen langfristigen Planungen, nur mit einem Dividendenwachstum von 5% pro Jahr rechne. Jeder Prozentpunkt der darüber liegt, ist für mich praktisch ein echter Ertragsbonus und wenn das Wachstum dann auch noch die Erhöhungen der DAX Werte übertrifft, dann habe ich ja alles richtig gemacht.

Apropos Bonus!

Ich glaube, dass war noch nicht alles. Neben den üblichen Dividenden Erhöhungen gibt es noch weitere positive Dividenden News zu berichten.

5 der 26 Unternehmen, die ihre Dividende bereits verkündeten, haben sogar die Dividende für das nächste Jahr bekanntgegeben. Das passiert in der Regel nicht oft, aber wenn, dann bietet es mir als Aktionär eine gewisse Ertragsplanung für das kommende Jahr.

So hat zum Beispiel die Allianz die aktuelle Dividende von 7,60 auf 8,00 Euro angehoben und bereits die Dividende für das kommende Jahr mit 8,40 Euro festgelegt. Kontinuität und Planbarkeit ist für mich als Income-Investor sehr wichtig.

Und was wäre ein Dividenden Jahr ohne Sonderdividenden? Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem ich keine Sonderausschüttung erhalten habe. Und so kann ich auch in diesem Jahr bereits wieder attraktive Sonderdividenden erwarten.

Als Sonderdividende werte ich Ausschüttungen, die tatsächlich einen Ertrag außer der Reihe darstellen. Aurelius zum Beispiel zähle ich nicht dazu, da sie jährlich eine Gesamtdividende, bestehend aus einer normalen sowie einer Sonderdividende, ausschütten.

Bei DIC Asset ist dies aber anders, hier wird in diesem Jahr ein Zusatzertrag ausgeschüttet. Des Weiteren hat Sixt heute bekanntgegeben, eine hohe Sonderdividende von 2,05 Euro je Aktie auszuschütten. Ich bin gespannt, mit welchen zusätzlichen Erträgen ich in diesem Jahr noch rechnen kann.

Wie läuft deine Dividenden-Saison?